Vereinsgeschichte

Geschichtliches „Ausschnitte aus den Jahresberichten“

1871
Am 5. November 1871 beschliessen in der Sonne 42 Männer aus der ganzen Kirchgemeinde die Gründung eines Gewerbevereins. Ziel ist die Durchführung einer Ausstellung, an der die Leistungen des einheimischen Gewerbes gezeigt werden sollen.

1872
01.07.1872 erste Gewerbeausstellung. 131 Aussteller aus der Region nehmen die Gelegenheit wahr, an der Leistungsschau teilzunehmen. Weit über 4000 zahlende BesucherInnen sind zu verzeichnen. Insgesamt werden Lose im Wert von knapp 40'000 Franken abgesetzt. Nach Abzug der Ausstellungskosten von Fr. 4'492.68 resultiert ein bescheidener Gewinn von Fr. 416.94. Statutengemäss kommt dieser der "allgemeinen Krankenkasse der Kirchgemeinde" zu.

1930
Während dem Jahre sind 5 Vorstands-Sitzungen abgehalten worden. Die Delegierten-Versammlung in Frutigen wurde durch 2 Vertreter beschickt. Ferner ist die Präsidial-Konferenz in Worb durch 1 Vertreter besucht worden.

1932
Im ganzen sind 7 Vorstands-Sitzungen und 1 Hauptversammlung abgehalten worden. Der Beschäftigungsgrad in der Gemeinde und Umgebung war befriedigend. Die Bern. Kraftwerke haben auf erfolgte Eingaben hin ihre Preisansätze auf Stromverbrauch reduziert. Die Delegiertenversammlung in Interlaken wurde durch 2 Vertreter beschickt. Zur Arbeitsförderung respektive Schaffung von Verdienst-Gelegenheiten hat man gemeinsam mit dem Handwerker – u. Gewerbeverein Utzenstorf im Anzeiger inseriert. Als Beitrag an der Sammlungs-Aktion für die Arbeitslosen hat die Kassa Fr. 50.00 in bar spendiert.

1933
Das Jahr war ziemlich bewegt u. es zeigt sich von Monat zu Monat, dass die Krise auch in unserer Gegend die politischen Wellen und die Gemüter in Wallung bringt. Die Ausstellung in Solothurn wurde von 44 Personen seitens unseres Vereins und Familien-Angehörige besucht u. hinterliess eine gute Erinnerung. Der Präsident betont noch, dass das kantonale Gewerbesekretariat-Büro jedem Mitglied u. zu jeder Zeit über Rechtsfragen gratis Auskunft erteilt.

1934
In politischer Hinsicht betätigte sich der Verein bei den Grossratswahlen und verschiedene Vorträge, besuchte die Gewerbe-Ausstellung für Weihnachten in Utzenstorf, Lese-Abend von Simon Gfeller, Lichtbilder-Vortrag der Lötschbergbahn. Besonders zu erwähne ist der gemeinsam Ausflug auf das Breinzer-Rothorn und der Besuch der Gewerbeausstellung in Huttwil.

1935
Die Ladenschlussfrage und die Weihnachtsausstellung bedingten eine rege Tätigkeit des Vorstandes. Der Verein besuchte die Liga-Ausstellung in Zollikofen mit einem Abstecher nach Reichenbach. Ferner wurden verschiedene Gesetzesvorlagen behandelt, sowie Nationalratswahlen. Das Ergebnis der Weihachtsausstellung kann als gut betrachtet werden und der Verein kann im ganzen zufrieden sein mit der verflossenen Jahres-Tätigkeit.

1936
Die Haupt-Attraktion war der 3. Mai wo die Kantonale Delegierten-Versammlung in Kirchberg abgehalten wurde unter Mitwirkung der hiesigen Ortsvereine.

1938
Es fanden statt: 2 Hauptversammlungen und 11 Vorstands-Sitzungen. An Vorträgen wurden gehalten: 1 Film-Vortrag im Kreuz über Flugwesen, 1 Referat vom Kantonalen Gewerbesekretär Burgdorfer über Revision der Wirtschaftsartikel und Warenhandelsgesetz. Ferner wurde die Tonwarenfabrik Rösser in Ersigen unter Teilnahme der Frauen besucht. Die Auto-Tour führte diesmal nach Beromünster und Menziken im Aargau. Am 6. November war der Demonstrationstag in Bern, welcher 60 Teilnehmer unserer Sektion aufwies.

1940
Die Veranstaltungen waren in Anbetracht der unruhigen Zeit nicht überaus rege. Der Vortrag von Dr. Steuri zum Thema „Di e Schweizerwoche in unserer Zeit“ war nur sehr schwach besucht, was für den Vorstand nach all den Bemühungen etwas  demoralisierend wirkt.

1942
Der Beschäftigungsgrad wird vom Präsidenten als gut bezeichnet, mit Ausnahme gewisser Berufe die unter Rohstoffmangel zu leiden hatten. Die beiden vom Verein organisierten Vorträge waren aber nur lückenhaft bis schwach besucht.

1952
Der neue Konsumverwalter macht gewaltige Anstrengungen den Kirchberger Detaillisten das Leben sauer zu machen. Es ist an der Zeit, in dieser Angelegenheit zum Rechten zu sehen. Immer noch zeigt sich eine grosse Missgunst unter den Gewerblern, dies hat auch die Durchführung der Spezialisierung bis anhin immer vereitelt.

1954
Es wurden ausgeführt: 3 Vorstandssitzungen, 1 Diskussionsabend über Lehrlingswesen und über Buchhaltung, Besichtigung der Teigwarenfabrik Scolari in Derendingen, 2 Hausfrauenabende, Vortrag über die Bundesfinanzreform und eine Tagung sämtlicher Vorstände im Amt Burgdorf.

1966
Er erwähnt folgende Punkte: Mitgliederbestand total 111 Mitglieder – Vorstandssitzungen 3 – Hauptversammlung 1. Besuch der Druckerei Ringier in Zofingen.

1968
Die vorgesehene Fabrikbesichtigung in Biberist fiel mangels Beteiligung ins Wasser. Auf dem Arbeitsmarkt  ist eine verminderte Vollbeschäftigung zu beobachten. Personalmangel herrscht nach wie vor in gewissen Berufen. Die Nationalratswahlen brachten dem Gewerbe einen Gewinn an Sitzen.

1969
Erfolgreicher gelungener gemütlicher Abend in Kernenried  - schöner Erfolg fürs Handwerk bei den Gemeindewahlen.

1971
Das vergangene Jahr zeigte deutlich, dass das Gewerbe, wenn es einig und geschlossen auftritt eine beachtlichen Einfluss in kant. und eidg. Angelegenheiten ausüben kann und auch weiterhin ausüben wird. Alle werden aufgefordert, recht regen Anteil am Geschehen in den Gemeinden und in der Politik zu zeigen und sich für die Interessen des Gewerbes einzusetzen.

1975
Im verflossenen Jahr wurde uns allen bewusst, dass wir uns in einen weltweiten Rückbildung befinden und keine Bäume mehr in den Himmel wachsen. Der Amtsgewerbetag im Hotel Sonne wurde durch Kurt Mühlemann sehr gut geleitet, 7 Nationalratskandidaten und nur 14 Zuhörer war alles andere als erfreulich.

1980
Hatten wir noch vor wenigen Monaten härteste Zeiten für einige Branchen zu überstehen, so ist im vergangenen Jahr eine merkliche Besserung zu verzeichnen. Eine recht starke Nachfrage zeichnet sich im Wohnungsbau ab. Der Detailhandel vermochte in seiner Gesamtheit im Jahre 1979 seine Umsätze real leicht zu steigern. Die Nachfrage nach fachtechnisch einwandfreier Beratung ist eher zunehmend und der Konsument wird qualitätsbewusster. Der Kampf des mittelständischen Detailisten um die Gunst des Konsumenten geht jedoch in unverminderter Härte weiter. Die Lockvogelpolitik der Grossverteiler machen vielen von uns die Existenzsicherung zur schweren Bürde. Vereint sind wir ihr jedoch nicht hoffnungslos ausgeliefert.

1989
Auch wenn vielleicht der Eindruck entsteht der HGV sei im Vergleich zu andern eine eher ruhige Organisation, so werden doch immer wieder Zeit und Freizeit aufgewendet, um die Interessen der Mitglieder zu vertreten. Es darf ruhig einmal erwähnt werden, dass das Mitmachen in unserer schnelllebigen Zeit nicht selbstverständlich ist.

1995
Wir leben in einer schwierigen Zeit. Der Personalabbau und Konkurse der Grossbetriebe versprechen keine absehbare Besserung der Lage. Dennoch besteht für das Gewerbe eine Hoffnung. In weiten Kreisen ist man sich des Wertes der kleinen und mittleren Unternehmen KMU bewusst geworden. Man hat klar erkannt, dass diese ¾ aller sicheren Arbeitsplätze zur Verfügung stellen. Diese Erkenntnis ist unsere Chance, es gilt sie zu nutzen.